Andere über »Amazon – Das Buch als Beute«

Endlich komme ich dazu, einige Reaktionen in den Median auf das Erscheinen meines Buches zu sammeln.

Besonders hat mich die Besprechung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 1.4.2014 gefreut, zumal einige Buchhändler, so teilte mir der Verlag mit, der Aufforderung Hannes Hintermeiers gefolgt sind:

Aber wenn der stationäre Buchhandel auf dem Quivive ist, legt er sich diese Handreichung für Buchkäufer direkt neben die Kasse. Als Geschenk für seine Kunden – und wenn es nur aus Gründen der Selbsterhaltung wäre.

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Das Buch als Beute

Neuerscheinung: Amazon – Das Buch als Beute

Endlich: In diesen Tagen erscheint mein Buch “Amazon – Das Buch als Beute”. So fasst der Klappentext den Inhalt zusammen:

Der Internethändler Amazon hat die Einkaufsgewohnheiten von Millionen Menschen weltweit revolutioniert. Die Kunden schätzen seine preiswerte und nahezu lückenlose Warenpalette. Und da die Lieferung zumeist schon am nächsten Werktag erfolgt, ziehen immer mehr Menschen den bequemen Mausklick dem stressigen Einkauf vor.

Doch der Schein der schönen neuen Warenwelt trügt. Denn hinter der Fassade von Amazons Online- Shop verbirgt sich eine Welt prekärer Arbeitsbedingungen. Zudem bindet Amazon Buchhändler und Verlage durch seine aggressive Wachstumspolitik derart an sich, dass sie mit dem Unternehmen nicht mehr konkurrieren, sondern nur noch in seiner Abhängigkeit weiterleben können.

Amazon kennt dabei nur ein Ziel: Der Konzern will zu einem globalen Medienimperium heranwachsen und langfristig den gesamten Markt kontrollieren — von der Produktion bis zum Vertrieb eines jeden Buches. Nur mit vereinten Kräften können die Verlage, der Buchhandel, die Politik und die Kunden ein solches Amazon-Monopol noch verhindern.

Die 128 Seiten werden 12,80 Euro kosten, eine runde Sache also. Erhältlich ist es im gut sortierten Buchhandel – und vermutlich auch bei Amazon.

Links: Bestellen | Inhaltsverzeichnis | Waschzettel | Rezensionsexemplare

 

Daniel Leisegang: Amazon – Das Buch als Beute
1. Auflage 2014, 128 Seiten, kartoniert
Schmetterling Verlag, ISBN 3-89657-068-4, 12,80 Euro
Erscheint März 2014

 

Wer überwacht eigentlich die Überwacher?

Die Aufgabe von Geheimdiensten besteht in der Ausspähung, Auswertung und Weitergabe von Informationen. Dafür operieren sie in der Regel im Verborgenen. Gerade in einer Demokratie sollten die Dienste daher strenger rechtsstaatlicher Kontrollen unterliegen. Wer aber prüft, ob sich die Geheimdienste an die geltenden Gesetze halten?

Weiterlesen auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung…

Nachbarschaftshilfe mit Brandbeschleuniger

Die Süddeutsche Zeitung zeigt sich zutiefst besorgt um das gemeinschaftliche Zusammenleben in unserem Land – und betreibt damit ein gefährliches Spiel. Konkret empörte sich NRW-Korrespondent Bernd Dörries in der Wochenendausgabe über „die neuen Nachbarn“, die „auf die Straße kacken und den Müll zum Fenster rauswerfen“.*

Stein des Anstoßes ist ein Duisburger Wohnhaus, in dem vorwiegend Roma leben. Rund um das Gebäude hätten sich die hygienischen Zustände derart verschlimmert, dass inzwischen auch den „Gutmütigsten“ unter den Anwohnern der Geduldsfaden reiße. Und Dörries benennt auch ohne Umschweife die zentrale Frage: „Was ist, wenn da Menschen kommen, die so gar nichts mit uns gemein haben?“. Im Kern geht es also weniger um Hausordnungen, als vielmehr um die tief sitzende Angst vor „Überfremdung“. Weiterlesen

Schöne neue Überwachungswelt

Nun herrscht Gewissheit: Wir leben tatsächlich in einer Überwachungswelt. Diese Erkenntnis verdanken wir dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden. In den vergangenen Wochen veröffentlichte er in Kooperation mit dem britischen „Guardian“ eine Reihe brisanter Dokumente, denen Interviews in Zeitschriften aller Welt folgten. Ihnen zufolge überwachen angelsächsische Nachrichtendienste fast unsere gesamte Kommunikation – auch und vor allem im Internet.

Überraschend ist weniger die Überwachung selbst, als vielmehr ihr ungeheures Ausmaß. So späht der amerikanische Militärgeheimdienst National Security Agency (NSA) insbesondere Kommunikationsdienste, Soziale Netzwerke sowie Cloud-Speicher aus – und das weltweit. Dazu fordert sein Spähprogramm Prism gezielt private Nutzerdaten bei Konzernen wie Microsoft, Yahoo, Google oder Facebook an. Jeden Monat spioniert die NSA zudem mehr als eine halbe Mrd. Telefonate, SMS-Nachrichten und Emails deutscher Bürger aus.

Auch der britische Dienst Government Communications Headquarters (GCHQ) liest im großen Stil mit. Statt wie die NSA nur die Nutzerdaten abzufragen, zapft er seit Jahren im Rahmen seines Spionageprogramms Tempora mehr als 200 internationale und interkontinentale Glasfaserkabel direkt an, darunter auch das TAT-14 im Atlantik, das einen großen Teil der deutschen Überseekommunikation weiterleitet. Die Briten teilen die abgesaugten Daten – schätzungsweise 21 000 Terabyte am Tag – mit den Vereinigten Staaten: 300 GCHQ- und 250 NSA-Agenten werten die Informationen gemeinsam aus.[1]

Noch immer dürften nicht alle Fakten der nachrichtendienstlichen Exzesse auf dem Tisch liegen. Doch schon jetzt steht fest: Die Grenzen zwischen dem Gebaren vorgeblich rechtsstaatlich begrenzter Geheimdienste im „Krieg gegen den Terror“ und den Überwachungsmethoden totalitärer Staaten sind kaum noch zu erkennen. Die nun offenbar gewordene umfassende Spionage unterwirft die Bürger potentiell vollständiger geheimdienstlicher Kontrolle, hebelt ihre Grundrechte aus und unterhöhlt das Vertrauen in den demokratischen Rechtsstaat. Weiterlesen

Fassadenpolitik

Ganz Europa ächzt unter der Krise. Ganz Europa? Nein, das kleine nordirische Belcoo stemmt sich gegen den Abschwung. Während andernorts Tausende gegen sozialen Kahlschlag protestieren, herrschen in dem 500-Seelen-Dorf geradezu schlaraffenlandähnliche Zustände.

Die Auslagen der Dorfläden platzen aus allen Nähten: Ein Delikatessengeschäft bietet feinsten Käse und hausgemachte Antipasti feil, beim Fleischer nebenan hängen gewaltige Serrano-Schinken von der Decke, und im Restaurant Cellini – „Geöffnet 7 Tage die Woche“ – herrscht Hochbetrieb: Kellner eilen durch die engen Tischreihen und schenken Wein aus.

Doch der Eindruck täuscht – und das soll er auch. Denn nahe Belcoo liegt das luxuriöse Lough Erne Golf Resort. Hier tagte Mitte Juni der G8-Gipfel. Und damit den Regierungschefs auf dem Weg zum Tagungsort nicht die Laune verging, hat die Grafschaft Fermanagh mehr als 100 leerstehende Läden mit Fototapeten verziert. Weiterlesen

Evgeny Morozov:
Der Irrglaube des Internetzentrismus

Mehr denn je soll uns technischer Fortschritt den Weg in eine strahlende Zukunft weisen. Facebook verspricht ein friedlicheres Zusammenleben aller Menschen, Google will das Kompendium menschlichen Wissens sein, und mithilfe von Smartphone-Apps kontrollieren wir unseren Kalorienverbrauch und die tägliche Schrittzahl.

Was aber ist dran an diesem Versprechen? Können wir unser Leben mithilfe digitaler Technologien und Apps tatsächlich grundlegend verbessern? Diesen Fragen geht der gebürtige Weißrusse Evgeny Morozov in seinem neuen Buch „To Save Everything Click Here“ nach. Auf über 400 Seiten beleuchtet er die Ideologien des Internetzeitalters und zeigt deren Auswirkungen auf unser Handeln und unser soziales Zusammenleben auf. Weiterlesen

Amazon und die Strategie
der tödlichen Umarmung

Auch wenn der Online-Händler Amazon nicht einmal 20 Jahre existiert, hat er die Einkaufsgewohnheiten der Menschen bereits revolutioniert. Allein in der Vorweihnachtszeit des vergangenen Jahres nutzten hierzulande über 30 Millionen Besucher das Portal.[1] Die Kunden schätzen Amazons preiswerte und nahezu lückenlose Warenpalette, die unabhängigen Produktbewertungen der anderen Kunden sowie die unkomplizierten Umtauschoptionen. Und da das Unternehmen zumeist sogar eine Lieferung innerhalb eines Werktages verspricht, ziehen viele den bequemen Mausklick dem stressigen Einkauf vor. Weiterlesen

Sozialarbeiter Broder

Wer hätte das geahnt: In Henryk M. Broder, Deutschlands bekanntestem Antisemitismus-Erschnüffler, steckt nach schmerzlicher Selbsterkenntnis nichts anderes als ein „kleiner Sozialarbeiter, der eine Seele retten will“. Und ausgerechnet Jakob Augstein sollte es sein, der diese Wandlung zum Wahren, Guten und Schönen herbeiführte.

Doch immer der Reihe nach: Noch im September letzten Jahres hatte Broder den Herausgeber der Wochenzeitung „der Freitag“ als „Salon-Antisemiten“ beschimpft. Als dieser sich davon gänzlich unbeeindruckt zeigte, legte der brodelnde Broder kräftig nach: Augstein sei „ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder [...], der kleine Streicher von nebenan.“

Doch selbst diese infame Provokation – Julius Streicher war während der Nazizeit immerhin Herausgeber des antisemitischen Hetzblattes „Der Stürmer“ und wurde nach Ende des Krieges für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt – beschwieg Jakob Augstein ungerührt. Weiterlesen

Die Rückkehr des Journalismus

Mit der Zeitungskrise scheint die Erkenntnis einher zu gehen, dass man mit Journalismus kein Geld mehr verdienen kann. Schon seit langem befindet sich die verkaufte Gesamtauflage bundesdeutscher Tageszeitungen im Sinkflug. Es bedarf daher keiner hellseherischen Fähigkeiten, um vorherzusagen, dass in den kommenden Monaten weitere Tageszeitungen ihren Vertrieb einstellen werden.

Dass journalistische Angebote jedoch auch erfolgreich sein können – zumal im Internet –, zeigt ein Blick auf die renommierte „New York Times“. Sie hat bereits 2011 ein Bezahlmodell für ihr digitales Angebot eingeführt. Nur ein Jahr danach verkauft die NYT bereits durchschnittlich mehr digitale als gedruckte Ausgaben. Haben wir es also möglicherweise gar nicht in erster Linie mit einer Krise der Zeitungen, sondern vielmehr mit einer Krise des Journalismus zu tun? Was aber bedeutet dies für die Verlage?

Die Ursachen für ihre Misere sehen die Medienhäuser zumeist im Wandel der Werbeindustrie und der „Gratismentalität“ der Internetnutzer. Tatsächlich geht das derzeitige Zeitungssterben aber auch und nicht zuletzt auf gravierende verlegerische Fehlentscheidungen der letzten Jahre zurück – allen voran auf eine rigide Sparpolitik. Weiterlesen